Es war wie immer ein Highlight: Das Überseefestival rund um die Zollkantine am Hansator. Hier bei uns in Walle. Zwei Tage pure Glückseligkeit und gute Musik aus Bremen. Irgendwie ein großes musikalisches Klassentreffen in bester Stimmung. Am 29. und 30. August war es wieder soweit. Und diesmal konnte ich wieder an beiden Tagen anwesend sein. Und es zuviel wäre, beide Tage in ein Posting zu quetschen, teile ich es in zwei auf.


Los ging es am Freitag um 18:00 Uhr. Und da gab es auch gleich die erste Überraschung: LUCKY MIRLO. Ankündigt als Carribean RockSoulPop hatte ich erst den Plan, vielleicht erst später zum Überseefestival zu kommen. Was ich dann glücklicherweise nicht tat, denn die Musik war es dann doch mehr auf der Rock-Seite, was ich sehr begrüßte.
Der Schlagzeuger machte den Eindruck, er wolle sein Kit zertrümmert, was für einen fetten Groove sorgte. Und der Sänger und offensichtlich Bandleader kam mir sehr bekannt vor – und tatsächlich kannte ich ihn. Und zwar aus der Band Brendelso, die schon mal bei uns in der Helga aufgetreten war – und wo er mir schon als charismatischer Bassist aufgefallen war. Insgesamt radiotauglicher Rock von der guten Sorte und ein toller Auftakt.


BLIZZ war angepasster, lockerer Indie-Pop von der HfK. Das machte Spaß und die Sängerin hatte ein tolle Stimme, die allerdings durch zahlreiche elektronische Verfremdungen nicht immer so zur Geltung kam. Diese Spielereien hätte sie überhaupt nicht nötig, und sie schwächten meiner Meinung nach ihren Auftritt auch etwas ab. Sehr gefreut habe ich mich über ein Wiedersehen mit Finja von Stripes Called Zebra.




ULTRA POWER NAP waren eine Band zum Knuddeln. Sie hatten sich auf dem letztjährigen Shortbandcontest zusammengefunden, und diesen dann auch noch gewonnen. Und der Gewinn war dann dieser Slot auf dem Überseefestival. Gespielt wird schöner, einfacher Folk-Indie-Rock mit Keyboard und Horn. Der Funk sprang über und ebenso die gute Laune. Toll.




CAPTAIN PIFF and the FIRST MATES sorgten für den totalen Abriss. Geiler Punkrock mit britischem 77er Gefühl. Von Captain Piff habe ich schon lange eine Platte Zuhause stehen und konnte daher einiges mitsingen. Hier sah ich das Trio aber erstmals live. Und das wird hoffentlich nicht das letzte Mal gewesen sein. Tolle Show, die unglaublich viel Spaß machte.






Super Oud liess ich aus. Das war gar nicht meins.
Dafür sind es die unfassbar großartigen FEATHERS AND GREED aber umso mehr. Ich erinner mich noch gut daran, wie mir ihre erste LP vor Jahren bei meinem Lieblingsplattenladen Black Plastic im Viertel ans Herz gelegt worden. Seitdem bin ich Fan und hatte mir kürzlich auch das neu erschienene zweite Werk besorgt. Aber auch diese Band hatte ich noch nie live gesehen. Was für ein Versäumnis! Eine wunderbare theatralische Bühnenshow, die an Genesis anno ’73 erinnert. Auch die Musik (mit Cello!) traumhaft. Prog- meets Art-Rock. Klug, verspielt, aufregend. Ich mag ja die Platten, aber Live mit der intensiven Bühnenshow vor allem des Sängers, ist das gleich nochmal eine ganz andere Hausnummer.










Friends28 habe ich dann wieder ausgelassen und stattdessen nett geschnackt.
Mit MY AMP JUST BROKE ging es dann in die Nacht. Treibender Analog-Techno dageboten von Keyboard, Synthesizer, Gitarre und Bass. Quasi als ein Soundtrack ohne Film. Das ging ordentlich in die Beine, welche mich dann aber irgendwann erschöpft nach Hause trugen.





