Konzert: Ark White (Helga Kneipe/Bremen – 10.01.26)

Unter widrigsten Umständen fand am 10. Januar in der Helga Kneipe mein erste Konzert des Jahres statt. Tief Elli hielt Norddeutschland fest in ihren eisigen Krallen. Nichts ging mehr. Draußen Schneemassen, der ÖPNV fast vollständig eingestellt. Durchsagen, man solle eher nicht vor die Tür gehen. Schlechte Voraussetzungen für ein Eck-Kneipen-Konzert. Trotzdem entschloss sich die Band ARK WHITE den weiten Weg aus Berlin auf sich zu nehmen. Und überraschenderweise ließen sich viele Gäste nicht von den Wetterumständen abschrecken, und die Helga war trotz Schnee und ausfallender Bahnen ganz gut gefüllt.

Musikalisch gab es eine sehr ausgefallene Mischung aus Post-Punk, Krautrock und viel Experimentellem. Die Songs gehen gerne mal über 10 Minuten in denen immer wieder Haken geschlagen werden, so dass man nie weiß, was als nächstes kommt. Das fand ich hochspannend.

Dazu ein ganz eigener, irgendwie „kaputter“ Sound. Manchmal skizzenhaft, dann in mitreißende Rockelemente übergehend, um im Psychig-Folkigen zu verharren, Jazziges einstreuend. Aber dann auch immer wieder in das suchende, melancholisch-verzweifelte des Post-Punks zurückzukehrend. Ein ganz einzigartiges und eigenwilliges Erlebnis. Gefiel mir sehr, sehr gut. Wobei ich denke, für „Zufallsgäste“ kann es auch manchmal sehr herausfordernd gewesen sein. Aber das ist in meinen Ohren ja nichts schlechtes und muss auch mal sein.

Als ich gerade mal die Toiletten aufsuchte, hörten die Musik im Gastraum plötzlich auf. Irritiert stellte ich fest, dass sie auch nicht wieder anfing. Tatsächlich war das Konzert nach 45 Minuten kommentarlos zu Ende gegangen, was auch das Publikum etwas überraschte. Gelohnt hat es sich aber abermal. Und so konnte man sich etwas früher durch den Schnee zurück nach Hause kämpfen.

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