Das war ein wahres Erdbeben, was da am Sonntag, den 16. November 2025 im Bremer Viertel die Wände zum Wackeln brachte. Das Beben ging von der Lila Eule aus, wo der legendären Jon Spencer die Wände wackeln ließ. Eine Vollgas-Rock’nRoll-Blues-Explosion stand auf dem Programm. So wie sie nur Jon Spencer zelebriert. Aber vorab: Die wunderbaren Bella and the Bizarre.




Was für eine Entdeckung! Feinster Garage-Soul, der mich an die tollen Detroit Cobras erinnerte. Vorgetragen von der charmant-charismatischen Bella. Wie ich irgendwie ahnte, aber erst nach dem Konzert herausfand, Tochter des ebenfalls legendären King Khan. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm! Herausheben möchte ich noch die Gitarristin Oliwia Krysztofik, die ohne viel Aufhebens mal eben so auf ihrem Instrument zauberte. Überhaupt eine tolle Band. Da wanderte die LP gleich mal in den Beutel.



Dann Jon Spencer. Von seiner Blues Explosion bin ich großer Fan gewesen. Wenn auch etwas spät zur Party, denn erst Anfang der 2000er wurde ich auf sie aufmerksam. Irgendwann wollte ich mir auch alles kaufen, woran Jon beteiligt war. Aber das ist aufgrund der Fülle dann doch nicht machbar gewesen. Irgendwie hätte ich nie gedacht, den Meister mal live sehen zu können. Dass das dann in der doch recht kleinen Lila Eule passierte, wunderte mich.




Aber was war das für ein Abriss! Gleich in die Vollen und dann 75 Minuten Vollgas. Ein Wahnsinn! Ein Wahnsinn auch seine Band, bestehend aus Drummer Macky Spider Bowman und Bassistin Kendall Wind, beide von der Punkrock-Band The Bobby Lees (auch hochgradig empfehlenswert!). Eine hochexplosive Mischung, die auch prompt in einem genialen, sehr LAUTEN Noise-Inferno detonierte.



Und Jon hatte nebenbei auch noch kluge und wichtige Botschaften für sein Publikum. Da wird die Eule zur Kathedrale für Little Richard und alle, die „anders“ sind. Gut auch seine Reaktion auf einen notorischen „Mitfilmer“ und einen Herrn, der sich über Macky Spider Bowmans Angewohnheit, sich ständig vorne in die Hose zu greifen echauffierte. Da ging Jon Spencer in den Dialog und vertrat deutlich seine Meinung, ohne dabei irgendwie ausfallend zu werden und die Stimmung zu trüben. Sehr gut gemacht.




Was für ein Abend! Danke an alle Musiker*innen!!!! Danke!