Nachdem ich in 2025 bereits zweimal in Düsseldorf war, verschlug es mich bereits im Februar wieder in die schöne Stadt am Rhein. Der alljährliche Mondo-Bizarr-Weekender stand an. Und wieder ging es für drei Tage einmal im Bahnhofskino um die Welt. Eine wunderbare Zeit mit vielen tollen Menschen. Da die Filme erst am Nachmittag starteten, nutzte ich die Zeit, um einen mir bislang noch unbekannten Schallplatten-Läden in Düsseldorf anzuschauen. Schön, wenn man so zwei Hobbies elegant miteinander verbinden kann. Auf dem Programm stand: The Vinyl Room in der Ludenberger Str. 13.



Die Ludenberger Str. ist etwas ausserhalb, weshalb ich mit der Strassenbahn (Danke, Deutschlandticket) dort hinfuhr. Schöner Nebeneffekt: Man sieht eine Ecke von Düsseldorf, die mir bis dahin komplett unbekannt geblieben war. Tatsächlich hatte man gar nicht mehr das gefühl, noch in Düsseldorf zu sein.
Bei The Vinyl Room angekommen, erlebte ich gleich eine dicke Überraschung. Denn mir gegenüber stand plötzlich der Michael, den ich von seinem YouTube-Kanal 45 RPM Audiophile kannte. Er hat aber auch den Kanal The Vinyl Room, was mir gar nicht so bewusst war. Aber so oder so wäre ich wahrscheinlich nicht auf die Verbindung gekommen. So war ich dann doch etwas „starstruck“ unerwartet jemanden „in echt“ gegenüberzustehen, den man schon länger von YouTube her kennt.




Michael ist eine extrem nette, warmherzige und höfliche Person, bei der man sich sofort wohlfühlt. Er zeigte mir auch gleich, wie der Laden aufgebaut ist: Es gibt eine Abteilung für Erstpressungen, eine für Importe und dann den Rest. Wer also Raritäten sucht, für den dürfte das hier ein kleines Paradies sein. Dementsprechend sollte man darauf vorbereitet und willens sein, auch tiefer in die Tasche zu greifen. Im „normalen“ Sortiment sind die Preise auch etwas höher als z.B. bei uns in Bremen, aber immer noch sehr fair.
Ich nahm zwei Platten mit, die ich noch für die Sammlung brauchte. Die Adam and the Ants ist die letzte aus der „klassischen“ Zeit gewesen, die mir noch fehlte. Und die Stan Ridgway habe ich in der Tat schon länger gesucht. Seine Stimme liebe ich und „Camouflage“ hat in den späten 80ern Eindruck bei mir hinterlassen, als es der Song häufig auf „Eurochannel“ (?) lief – mein bevorzugter Sender in den späten Abendstunden, in der Zeit bevor wir MTV hatten. Darüber könnte ich eigentlich auch mal etwas schreiben. Zudem liebe ich „Wall of Voodoo“ mit ihm als Sänger. Beide Platten waren übrigens Erstpressungen.

Insgesamt hat mit The Vinyl Room gut gefallen und wäre mein Portemoine etwas größer, hätte ich bestimmt noch stundenlang durch die Raritäten gewühlt. So aber blieb es bei den beiden Platten. Auch, weil mittlerweile meine Filmfreunde in der Innenstadt auf mich warteten.